ZU DEN FACTS & BEWERTUNG triangle

location Wien, 1. Bezirk

Labstelle

Der vermutlich unterhaltsamste Frühstücksbesuch meines Praktikums führte mich in die Labstelle im 1. Bezirk. Seit Juni findet man das Lokal (Bar, Restaurant) im Erdgeschoß eines neu renovierten Bürohauses. Der schattige Gastgarten im Innenhof lädt trotz Umrahmung durch Stahl bzw. Beton zum Verweilen ein – das Innenleben präsentiert sich stylisch und modern. Kulinarisch wird in der Kommunikation „Essen mit ohne Schnickschnack“ und „eine Neuinterpretation der klassischen Jause mit Qualität, Nachhaltigkeit und Saisonalität“ versprochen – in der Praxis wird dieses Versprechen gehalten, auch wenn es in der Labstelle nicht ganz so bodenständig zugeht, wie man sich das vorstellt.

Die Auswahl auf der Frühstückskarte hält sich in Grenzen, Frühstück wird auch nur samstags serviert (Flying Breakfast von 10.00 bis 12.30 Uhr, kleines Frühstück bis 14.30 Uhr) – aber der Besuch ist dennoch ein Erlebnis, das schon beim überaus ambitionierten Personal beginnt. Während uns der Kellner mit versucht wienerischem Schmäh (reife Leistung für einen Deutschen ;). Anekdoten zu den Produkten der Karte erzählte, begab sich der Chef zum nächstgelegenen Supermarkt, da der bestellte Kräutertee und die Sojamilch normalerweise nicht zum Programm der Labstelle zählen. Ein großer Pluspunkt also für die Flexibilität und den Einsatz!

link.brightcove.com – via Iframely

Die doch etwas längere Wartezeit wurde dafür genutzt, uns über die beiden Frühstücksvarianten zu informieren: Zum einen gibt es die „kleine Labung“ um € 5,90. Darin inkludiert sind Butter, variierende Marmeladen, saisonaler Fruchtsaft und frisches Gebäck – je nachdem was gerade aus dem Ofen kommt und wie viel man davon möchte. Erweitern kann man die kleine Labung um einzelne Elemente: Wurst, Käste, Aufstriche, Eierspeise, Granola Joghurt mit Früchten oder Blechkuchen um jeweils € 4,90. Wer kulinarisch mutig und neugierig ist, sollte die zweite Frühstücksvariante in Betracht ziehen. Beim „Flying Frühstück“ um € 24,80 bestimmt der Küchenchef, was auf eurem Frühstücksteller landet. So lange bis man nicht mehr kann (mind. 8 Gänge), schickt die Küche kleine Frühstücksgerichte mit Brunchcharakter. Achtung: heikel oder vegetarisch / vegan sollte man bei dieser Variante nicht sein bzw. sollte man Nahrungsmittelpräferenzen unbedingt vorab angeben. Bei uns wurden unter anderem serviert: Schinken- und Käsevariation mit hausgemachtem Chutney, gebeizter Saibling, Eierspeise mit Kernöl, pochiertes Ei mit Mangold und Grammeln, Schafs- bzw. Ziegenkäse mit verschiedenen Tomatensorten, Roastbeef mit Spargel, Granola mit Joghurt und Früchten sowie Ribiselkuchen mit Schokolade. Dazu gab es unterschiedliche Brotsorten, die auch bei der kleinen Labung zur Verfügung stehen.

Dank der großen Frühstücksrunde haben wir so gut wie alles probiert. Die Produkte waren von Top-Qualität und schmeckten vorzüglich. Dank der überdurchschnittlichen Redseligkeit des Kellners mussten wir zur Herkunft nicht mehr viel nachfragen: die Bio-Eier stammen aus der Steiermark („Lugitsch“), die Tomaten von einem Züchter aus Wien und die meisten anderen Produkte ebenfalls aus biologischer Herkunft bzw. Eigenproduktion. Der Kaffee wird aus der Berliner Manufaktur „Andraschko“ importiert und schmeckt.

Abschließend noch einige Tipps von mir für den Frühstücksbesuch:
Manches in der Labstelle wird dem Zufall überlassen. So kann es passieren, dass es auf die Nachfrage nach dunklem Brot heißt, dass im Moment gerade keines verfügbar ist, weil eben gerade eine andere Sorte aus dem Ofen kommt. Ohne Vorwarnung beißt man dann als Vegetarier vielleicht in ein mit Blutwurst verfeinertes Brot ;). Generell sollte man sich (wie immer) ausreichend Zeit für den Frühstücksbesuch nehmen. Das Plaudern mit dem Personal, sowie die Wartezeiten auf die frisch zubereiteten Speisen, können den Frühstücksbesuch schon ziemlich ausdehnen. Der Preis für die überschaubare Portionsgröße ist sicher nichts für schmale Geldbörsen, wird aber durch die Qualität der Produkte gerechtfertigt.

Alle Fotos: Fotocredit Labstelle

Fazit

Für Feinschmecker mit Qualitätsbewusstsein ein Must!

Quick Facts

coffee

Dauer, bis der 1. Caffé Latte serviert wurde: 27 Min. 20 Sekunden (inkl. Einkauf Tee/Sojamilch vom Chef) ;-)

info

Gastgarten, Nichtraucherlokal

Bewertung

Preis/Leistung: vollvollvollvollleerleer
Service: vollvollvollvollvollvoll
Qualität: vollvollvollvollvollvoll
Auswahl: vollvollvollleerleerleer
Ambiente: vollvollvollvollvollvoll

Infos

Bargeldlos zahlen: Bankomat, Kreditkarten (Visa + Mastercard)
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 11.30 bis 02.00 Uhr, Samstag von 10.00 bis 02.00 Uhr, Sonntag und Feiertag geschlossen
Erreichbarkeit: U1/ U1 Stephansplatz, U1/ U4 Schwedenplatz

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Alle Informationen wie Preise, Öffnungszeiten etc. sind ohne Gewähr. Änderungen durch die Lokale vorbehalten.

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16 Kommentare zu "Labstelle"

Jasmin sagt:

Ich hab mir das jetzt auch nal angesehen. Die kleine labung kostet inzwischen 7,90… was einfach zu viel ist. Extra brot 1,80… meine freundin hatte das flying breakfast…. qualität ist ok. 24,80 naja. Nach 3 stunden hat sie gerade mal 5 mini portionen bekommen. Qualität passt aber rechtfertigt nicht den preis. Und da ist noch nicht mal der kaffee dabei

Lisa sagt:

Die Öffnungszeiten der Labstelle haben sich geändert:

Mo–Fr 11.30–02.00 Uhr
Sa 10.00–02.00 Uhr
Küche 12.00–14.30 Uhr
und 18.00–23.00 Uhr
sonn- und feiertags
geschlossen

Barbara sagt:

Danke für die Info – wird gleich aktualisiert.

LG, Barbara

Lisa sagt:

Ach ja, das Flying Frühstück kostet nun 24,80 und Frühstück gibt’s nur noch am Samstag.

Barbara sagt:

Nochmal danke für die Info :-).

LG, Barbara

Robert sagt:

heute dort gewesen: bin nicht so begeistert!

lokal ist ganz nett, riesig im vergleich zum ersten eindruck von außen. „flying frühstück“ genommen (siehe oben).

zuerst Brot gekommen, war ganz in Ordnung. dann 1) schinken-salami-platte, hat nett ausgesehen (bissl nach jamie Oliver) voll in Ordnung. aufgegessen, 5-10 min gewartet.

2) ein teller mit 1/4 feige und etwas käse drunter. nicht ganz mein Geschmack, aber ok und nur ein bissen. 5-10min gewartet.

3) paradeiser auf Schafskäse. winzig. 3 achtel eines kleinen paradeiser. Schafskäse (ca. so viel wie man Zahncreme nimmt :). wieder ganz gut. hätt ich normal mit einem bissen gegessen, aber damit’s nicht gleich wieder weg ist dann doch auf zwei mal. 10 min Wartezeit.

4) Roastbeef mit Radieschen. ein bissen. und weg wars. dann wieder 10 min gewartet.

5) ein löfferl Beef tartare. ganz gut. aber einmal hinschauen und schon ist es weg. danach 10 min Wartezeit.

6) kleines schweinsfilet auf linsen mit einem bissen Semmelknödel. nicht schlecht, 2 bissen. hätte dem kellner am liebsten gesagt er soll gleich warten zwecks abservieren. gute 10 Minuten Wartezeit.

7) kleines rahmgulasch. ganz gut, diesmal ein paar bissen mehr (3-4?)

8) Dessert: kleiner kuchen + joghurt mit früchten.

Qualität sicher in Ordnung. Wartezeit enorm. „Linie“ in der speiseauswahl konnten wir keine finden. so ganz rund fanden wir es nicht.

vielleicht muss man mit einer anderen Erwartungshaltung hingehen. ich wollte vor allem gut und ausladend (für 23,60 ohne Kaffee!) frühstücken. stattdessen hab ich mich unterhalten und ab und zu kam ein (meist ganz gutes) Häppchen vorbei.

keine Tragödie, aber für das Geld war’s dann auch nicht meins.

lg rh

Oliver sagt:

Frühstück am Samstag nur bis 12:30? Eher unbrauchbar :-(

Susanne sagt:

Echt leckeres Essen und der Kaffee ist auch total gut. Preise und Lage sind auch optimal. Personal sehr freundlich … könnten teilweise aber etwas schneller sein. Wenn es jetzt zumindest noch einen Wickeltisch u. Hochstühle geben würde, wäre das unser neues Top Lokal im 1.

Susanne sagt:

Hallo Liebes Frühstücksteam!

Voller Freude ging ich am Samstag wieder in die Labstelle um mir ein Flying Frühstück zu gönnen.
Wie erstaunt und auch ein bisserl verstimmt war ich als ich auf der Speisekarte den Preis sah:

dieser ist auf € 23,80 gestiegen.

Finde ich ein wenig heftig – innerhalb von 2 Monaten von €19,20 auf € 23,80 zu erhöhen.

Das hat die Freude etwas getrübt.

Barbara sagt:

Hallo Susanne,

danke für die Info, wird im Artikel gleich aktualisiert. Die Labstelle drüfte die Preise generell angehoben haben, ich war gestern zum Abendessen dort und war auch überrascht.

LG, Barbara

Hallo zusammen, hallo Susanne,

erst mal: schön, dass du bei uns warst, das freut uns. Zum Thema Preissteigerung bei unserem Flying Frühstück: Es tut uns natürlich leid, wenn unser Preisanstieg im ersten Moment einen nicht so guten „Überraschungs-Effekt“ für dich hatte. Als Gastronomiebetrieb, der im Juni eröffnet hat, haben wir nach einigen Monaten mal ein Resumée über unser Angebot gezogen – auch über das Frühstück. Und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass der Preis unseres Flying Frühstücks bei dem Qualitätsanspruch den wir uns selbst setzen, den Speisen, die wir bieten und dem Umfang nicht haltbar ist. Denn wir möchten mit unserem Flying Frühstück ein außergewöhnliches Erlebnis, mit tollen Speisen und hoher Qualität bieten. Deshalb schauen wir auch, wo wir was kaufen und deshalb machen wir auch so viel wie geht selbst bei uns im Haus, weil das dann einfach am besten schmeckt z.B.: Marmeladen und Aufstriche. Das Brot backen wir selbst aus Sauerteig, den wir auch selbst machen (kein zugekaufter Teig oder so), Brioche backen wir frisch, der Käse ist vom Naschmarkt und schmeckt hervorragend, die Eier sind bio, das Gemüse frisch aus den Gärtnereien Bach und Ganger. Fleisch, das wir kaufen, um es selbst zu räuchern, suren oder luftzutrocknen kommt von der Fleischhauerei Fürst, die auch noch selbst schlachtet. Wir kennen unsere Lieferanten, waren persönlich da und schauen, dass alles seine Ordnung hat und unseren Qualitätsansprüchen gerecht wird.
Und dann ist da noch die Servicekomponente, wo auch für uns schlicht und einfach mehr Zeit in Anspruch genommen wird (gerne natürlich), als bei einem weniger umfangreichen Frühstück. Zudem bemühen wir uns immer, Wünsche zu erfüllen, und das schnell – wenn wir nicht gerade Sojamilch kaufen müssen (die haben wir jetzt immer im Haus ;-)).
Ja, das ist mal nur ein Teil davon, was hinter den 23,40 EUR steckt. Daher finden wir den Preis eigentlich gerechtfertigt und ok. Dabei bleibt’s jetzt mal. Versprochen.
Wir hoffen, wir sehen uns trotzdem wieder bei uns in der Labstelle zu einem Frühstück mit leckeren Speisen.
LG, Thomas & alle von der Labstelle

Mike sagt:

Darf ich fragen wieso ihr bitte bei Service die volle Punktzahl gebt obwohl ihr anscheinend 27 Minuten auf einen Kaffee gewartet habt der maximal 3 Minuten (Zubereitung+Servieren) in Anspruch nehmen darf?

Dani sagt:

Lieber Mike,

aus unserer Sicht ist das Service auf unsere Sonderwünsche besonders motiviert eingegangen. Wo kommt es schon vor, dass der Chef persönlich loszieht um Sojamilch zu besorgen ;) Daher haben wir die 27 Minuten ausnahmsweise gelten lassen und werden beim nächsten Besuch prüfen, ob die Zeit im „Normal-Frühstücksfall“ besser ist! ;-)

Elena sagt:

Wir waren gestern dort und begeistert. Wunderschön angerichtet, die Kaffees und das Frühstück kamen blitzschnell, leider mussten wir auf die Zusatzbestellung lange warten. Die Musik war um einen Tick zu laut, aber ansonsten war alles wunderbar. Die Kellner waren sehr freundlich! Weiter so!

catha sagt:

Gibt’s in der Labstelle auch unter der Woche Frühstück??
Hab unlängst auf die HP geschaut und das so verstanden, dass nur Samstags Frühstück angeboten wird….

Dani sagt:

Ab September! Wir aktualisieren den Artikel, wenn es soweit ist!

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