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location Wien, 4. Bezirk

Allergiker Café

Endlich! Wien hat ein Schlaraffenland für Allergikerinnen und Allergiker. Gluten- und laktosefreie, vegane, eifreie und histaminarme Köstlichkeiten – viele davon fructosearm. Meine Erwartungen an das neue Allergiker Café in der Wiedner Hauptstraße sind hoch. Unter anderem, weil hier eine Betroffene am Herd bzw. in der Backstube steht: Margarete Rothaug-Pasteiner hat Zöliakie und beschäftigt sich seit Jahren mit Unverträglichkeiten. Für Intolerante ein Glücksfall, so weiß sie um all die Kleinigkeiten, die bei der Zubereitung oder Präsentation entscheidend sein können. Eröffnet hat die ehemalige Umweltberaterin das Cafe gemeinsam mit Tochter Franka, die als gelernte Grafikerin zudem den kreativen Auftritt des Cafés gestaltet. ;-)

Das Cafè ist recht klein, die Einrichtung spärlich: im Zentrum die Theke mit Kuchenvitrine, daneben ein Regal, welches regionale und handgemachte Produkte zum Verkauf präsentiert, und vier weiße Tischchen, die Platz für rund 15 Personen bieten. Für Farbtupfer sorgen neben einem blauen Stuhl und einem blauen Kinderstuhl Bilder und Grafiken, die von Franka und ihrer jüngeren Schwester Astrid stammen. Geöffnet ist dienstags bis freitags, von 9.30 bis 20.00 Uhr, samstags von 10.00 bis 17.00 Uhr. Genau so lange wird auch Frühstück angeboten. Allerdings ist ein „Standard“-Frühstück hier eher nebensächlich, denn was das Café auszeichnet, sind all die herrlichen Torten und Kuchen, die einem aus der Vitrine entgegen lachen. Diese präsentieren sich nicht nur mit so klingenden Namen wie „Violetta“, die Schokotart’letta, „Amelie“, die Zwetschkerin“, „Mariska“, die Malakoff-Überraschung, oder „Max“, der SchokoEspressoMann, sondern sind alle gluten- laktose – und nussfrei, einige zudem eifrei und fruktose- und/oder histaminarm. Dass keine künstlichen Aromen und Geschmacksverstärker verwendet werden, versteht sich von selbst. Die Naschereien (zwischen € 3,50 und € 3,90) sind gut mit Piktogrammen gekennzeichnet, sodass man sofort erkennt, welche Köstlichkeiten verträglich sind. Und wenn man sich doch nicht auskennt, dann sind sowohl Mutter als auch Tochter jederzeit für ein Gespräch über „Estmond“, „Amelie“, „Katinka“, „Momo“, „Sissy“ und den gesamten Rest der Rothaug’schen Sippe zu haben. :-)

Im Allergiker Café sollte man den Tag also süß beginnen. Falls jemand den Verlockungen von „Roland“ und „Rudi“, „Eila“ und Helene“ doch widerstehen sollte, kann zwischen vier Frühstücksangeboten wählen: „Noa“, ein QuinoaCrunchyMüsli um € 3,80, das wahlweise mit Früchten, Kirschenmarmelade oder Ahornsirup verfeinert wird. „Marvin“, der ApfelZimtMorgen um € 4,20 – Reis mit Zucker, Apfel, Zimt und Reis-Mandelmilch. „Lieschen“ nennt sich das Maisküchlein aus Mehl, Ei, Milch, Mais, Schinken und Frischkäse um € 6,50. Und last but not least: „Marry“, die nicht „bloody“, sondern in Form einer Eierspeise mit Kürbiskernen, Gemüse, Käse oder Speck (€ 5,20) daher kommt. Dem etwas größeren Hunger kann man mit „Franzi“, dem WürstelG’spusi um € 4,50, und Peju bzw. „Peja“ (Toast mit laktosefreiem Käse und wahlweise Schinken) um € 4,20 zu Leibe rücken. An Wochentagen wird ab mittags zusätzlich ein Tagesgericht angeboten, im Sommer gibt’s auch Salat.

Angesichts der vielen Köstlichkeiten wurde auch unser Frühstücks-Wille auf eine harte Probe gestellt. Beim ersten Besuch verfielen wir dem König, einem herrlich saftig-süßen russischen Streuselkuchen. Der zweite Besuch – was soll ich schreiben? Der Geist sehr willig, der König stärker. Erst beim dritten Mal probierten wir „Noa“ mit selbstgemachter Kirschmarmelade als Topping. Eine gute Entscheidung. Sowohl optisch als auch geschmacklich, und hier gilt es nun eine Lanze zu brechen: Nein, man merkte nicht, dass Kuchen und Müsli laktose- und glutenfrei waren. Weder ich, noch mein toleranter Begleiter ☺. Beides war köstlich (und der König wird uns wohl noch öfter begleiten). Was man jedoch geschmacklich festmachen konnte: Alle Zutaten sind von bester Qualität, die Marmelade selbst gemacht – mit Kirschen aus dem eigenen Garten. Auf Saisonalität und Regionalität wird viel Wert gelegt. So stammen auch die verwendeten Eier aus Bio-Freilandhaltung. An warmen Getränken stehen „petrus“-Kaffeespezialitäten (Rösterei Steininger) – wahlweise mit laktosefreier Kuhmilch bzw. Mandelmilch – und Bio-Demmer Tees zur Wahl. Der Kaffee sehr köstlich, auch der Tee, aber der Preis für eine Tasse Tee (€ 3,50) wäre angesichts der Größe der Tasse vielleicht noch einmal zu überdenken.

Mutter und Tochter kümmern sich um Service und Verkauf gleichermaßen, beide sehr freundlich und zuvorkommend. Allerdings erlebten wir auch einen chaotischen Samstag-Vormittag, bedingt durch viele Kunden, die Kuchen und Torten für Zuhause kauften. Da die Beratung am Tresen meist recht ausführlich ausfiel (dies ist ja DER Pluspunkt), wurde im Café übersehen, dass Tische nicht abgeräumt waren, der Tee ohne Löffel serviert wurde, nicht beide Getränke gemeinsam an den Tisch kamen, der Wasserkrug leer war usw. Diverse Kleinigkeiten, auf die ich ansonsten viel Wert lege. Hier im AllergikerCafé spielen sie allerdings selbst für mich eine untergeordnete Rolle. Hier geht’s primär um ein Angebot, welches es in Wien in dieser Form und Qualität, mit einer derart ausführlichen und kompetenten Beratung, noch nicht gegeben hat. Für viele, die an Allergien leiden, wird das kleine Café ein großes Stück Lebensqualität und viel Genuss bringen. Und dafür: Daumen hoch. Die vier Service-Semmeln scheinen aufgrund der geäußerten Kritik vielleicht hoch, aufgrund der tollen Beratung aber mehr als verdient.

 

Fazit

Alle, die den Tag gerne süß beginnen möchten, finden hier ein mit Herzblut geführtes Café mit tollen Angeboten für Allergikerinnen und Allergiker, allerdings kein Frühstücksangebot im klassischen Sinn.

Quick Facts

coffee

Dauer, bis die 1. Melange serviert wurde: 8 Minuten 10 Sekunden

info

Nichtraucher, Kinderstuhl, Verkauf von Torten/Kuchen und ausgewählten toleranten regionalen Produkten bzw. heimischen Kunsthandwerksartikeln

allergie

Laktose: Das gesamte Angebot ist laktosefrei. Als Ersatz wird laktosefreie Milch oder Mandelmilch, jedoch keine Sojamilch, verwendet.
Nussfrei: Alle Speisen sind frei von Walnuss, Erdnuss und Haselnuss. Mandeln werden verwendet.
Histamin: Zahlreiche histaminarme Alternativen, u.a. auch histaminfreier Wein bzw. Schaumwein.
Weiters gibt es glutenfreie (auch glutenfreies Bier!), eifreie und fructosearme Alternativen.

Bewertung

Preis/Leistung: vollvollvollvollvollleer
Service: vollvollvollvollleerleer
Qualität: vollvollvollvollvollvoll
Auswahl: vollvollvollvollleerleer
Ambiente: vollvollvollvollleerleer

Infos

Bargeldlos zahlen: nur Barzahlung
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9.30 bis 20.00 Uhr, Samstag 10.00 bis 17.00 Uhr
Erreichbarkeit: U 1 Taubstummengasse, U4 Kettenbrückengasse, Straßenbahn 1, 62 Paulanergasse  

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Alle Informationen wie Preise, Öffnungszeiten etc. sind ohne Gewähr. Änderungen durch die Lokale vorbehalten.

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6 Kommentare zu "Allergiker Café"

Birgit sagt:

Leider war auch für mich und meine Begleitung der Besuch eine Enttäuschung. Ich hatte „Noa“, ein Müsli ( beim Topping gab es keine Auswahl) serviert in einem Schüsselchen, meine Begleitung wählte den laktosefreien Toast mit Rucola. Das Schüsselchen war sehr klein, im Toast befand sich ein einziges kleines Blättchen Rucola und wir hatten beide das Gefühl zu viel zu bezahlen und sind danach wo anders hingegangen, um nicht hungrig zu bleiben. Style-technisch ein sehr durchdachtes Konzept in Blau-Weiß bis hin zu den Tellerchen und Schälchen. Wir werden das Lokal jedoch nicht weiter empfehlen.

Bonnie sagt:

Hielt in unserem Fall leider nicht, was die tolle Kritik oben verspricht.
Haben die Frühstücksplatte für 2 bestellt. Getränke wurden sofort serviert. Es dauerte aber etwa 45 Minuten bis das Essen kam. Und dann auch nur portionsweise. Beim Anblick der 4 mikrigen, getoasteten Brotscheiben wurde uns noch hungriger zumute. Pro Person 1 Scheibe Käse und 1 Scheibe Schinken. Sogar das Mini-Schälchen mit Porrige bekamen wir mit 2 Löffelchen serviert. Wir sind wirklich keine XXL-Portionen Esser – im Gegenteil, aber die Portion war so klein, dass wir danach noch ein Kuchenstück, das ebenfalls wieder megaklein ausfiel, bestellt haben, um nicht Gefahr zu laufen nach Verlassen des Lokals die nächste Filiale einer beliebigen Fast Food Kette zu stürmen.
Die Bedienung war sehr freundlich, jedoch merklich gestresst und überfordert damit, die Betreuung der Gästen im Lokal und der Laufkundschaft am Tresen unter einen Hut zu bringen. Echt schade, vor allem, weil man bereit ist, etwas mehr Geld auszugeben, um sich mal was Besonderes zu gönnen.
Ich hoffe echt, die kriegen das besser in den Griff – das Konzept ist nämlich so eine schöne Idee.

Isabella sagt:

Waren vor Kurzem im Allergiker Cafe frühstücken und ich muss ehrlich sagen, dass ich bzw. wir alle ziemlich enttäuscht waren. Im Lokal war es kalt, wir hatten unsere Jacken an und auch die 2 Besitzerinnen trugen eine Jacke. Dies wurde nicht erklärt oder kommentiert… Aufs Frühstück haben wir recht lange gewartet, obwohl wir der einzige Tisch im Lokal waren, der Frühstück bestellt hatte. Die paar Leute am Nebentisch hatten nur Kaffee.
Als dann die Frühstücksplatte für 2 kam, waren wir eigentlich sprachlos. 2 Scheiben Toast, ein kleines Stück Butter, 1 Blatt Schinken, 2 Blätter Käse, eine halbe Cocktailtomate, 2 halbe Palatschinken (einmal mit Marmelade und einmal mit Lachs), eine kleine Schüssel Eierspeiße. Da wird ja fast eine Person nicht satt!! Und diese Frühstücksplatte hat EUR 17,50 gekostet. Wir bekamen dann noch 1 Scheibe Toast pro Person und Marmelade dazu. Ich finde nicht, dass der Preis gerechtfertigt ist, auch wenn die Produkte bio sind. Ein Blatt Schinken auf eine Platte für 2 zu legen finde ich eine Frechheit.
Das Lokal selbst fand ich wenig gemütlich und auch Hintergrundmusik hat gefehlt.
Kurz gesagt, ich würde das Allergiker Cafe nicht weiterempfehlen.

Andrea und Werner sagt:

Nicht jeder, der die Idee hat ein Café zu eröffnen, hat auch das Rüstzeug dazu.
Das Handwerk von der Pike auf zu lernen , ist nicht verkehrt.
Und Leute, bitte – warum sehen alle „andersartigen“ Cafés so spartanisch aus ?
Gehört das zum Konzept? Mann kann mit second hand Möbeln wäre Wunder bewirken, ohne ein Vermögen dafür ausgeben zu müssen. Das würde die Verweildauer und damit auch den Verbleib
solcher Cafés fördern. Oder ist das wieder nur eine Location für 1-2 Jahre ? Schade, denn es wäre eine echte Alternative zu vielen anderen Cafés.

Marie sagt:

Das Allergiker Café ist schon ganz nett und der Kuchen sehr lecker, jedoch fand ich den Service schon recht bescheiden. Wir wurden ignoriert und der Kaffee wurde uns lieblos auf den Tisch geknallt. Der Kuchen ist wirklich unglaublich gut, aber die Kuchenstücke für den stolzen Preis von 3,50€ – 3,90€ ziemlich klein. Da die Freunde der Inhaberin zu Gast waren, wurden wir auch weiterhin ignoriert und fühlten uns eher wie Eindringlinge. Nach langem Warten haben wir uns die Rechnung am Tresen „abgeholt“.

Inge Schuh sagt:

Hallo….

gerade freute ich mich über ein Allergiker Café.

Nun bin ich doch enttäuscht.Ich habe eine Peru Balsam Allergie.

Nicht alles darf ich essen… eigentlich fast gar nichts mehr.

Leider ist dieses Café nichts für mich.Schade.

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