Das Café Bräunerhof zählt seit 1920 zu den traditionsreichen Wiener Kaffeehäusern – mit illustren Stammgästen, wie zum Beispiel dem Schriftsteller Thomas Bernhard. Mit den neuen Betreibern Peter Friese (Schwarzes Kameel) und der Familie Plachutta hat sich das Café im Juni 2026 mit einem neuen Konzept zurückgemeldet. In zentraler Lage, in einer Seitengasse der Wiener Innenstadt, sind Charme und Tradition des klassischen Kaffeehauses erhalten geblieben: Das Service trägt traditionelle Kleidung – Frack, teils mit Fliege. Hin und wieder hört man, wie der Kellner – ganz typisch für Wien – mit „Herr Ober“ gerufen wird und selbstverständlich auch darauf reagiert. Auch der Kaffee bleibt der Tradition treu: eine hauseigene Mischung aus 100 % Arabica-Bohnen. Frisch renoviert, erstrahlt das Lokal nun mit zeitgemäßer Speise- & Getränkekarte und Karten-Bezahlmöglichkeit.
Frühstückszeiten & Angebot
Gefrühstückt wird im Café Bräunerhof Montag bis Freitag von 08.00 bis 11.30 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 08.00 bis 14.00 Uhr.
Bei den Frühstückstabletts hat man die Wahl zwischen dem „Wiener Frühstück“ mit Butter, Marmelade oder Honig, Handgebäck und einem mürben Kipferl (€ 7,50), dem „Bräunerhof-Frühstück“ mit zwei Stück Handgebäck, Butter, Marillenmarmelade, Beinschinken, Gouda und einem weichen Ei (€ 13,10), dem „Kavalier-Frühstück“ mit Räucherlachs, Kren, Kapern, Frischkäse, Ei im Glas, Butter und zwei Stück Handgebäck (€ 15,90, auf Wunsch mit einem Glas Frizzante um € 3,-), dem veganen „Kosmopoliten-Frühstück“ mit Avocado, getrockneten Tomaten, Hummus, veganem Schafskäse, Soja-Joghurt mit Granola und Beerenragout auf getoastetem Natursauerteigbrot (€ 16,10) sowie dem „Kater-Frühstück“ mit Weißwürsten, süßem Senf und Erdäpfelstangerl (€ 11,20, auf Wunsch mit einem Pfiff Ottakringer Lager um € 2,-).
Wer es einfacher mag, bestellt ein Schnittlauchbrot (Natursauerteigbrot mit Butter und frischem Schnittlauch, € 4,50) oder ein Avocado-Eierspeisbrot (€ 11,90). Bei den Eiergerichten – auf Wunsch mit drei statt zwei Eiern – stehen u. a. ein weich gekochtes Frühstücksei (€ 2,90), zwei Eier im Glas mit Schnittlauch (€ 6,-), Eierspeise, Spiegeleier, Ham & Eggs bzw. Bacon & Eggs sowie ein Omelette mit Schinken und Käse (€ 9,50) zur Auswahl. Auf der süßen Seite gibt es veganen Porridge mit Ahornsirup, Mandelsplittern und Beerenragout (€ 7,60), griechisches Joghurt mit Granola und frischen Beeren (€ 7,20) sowie eine Portion gemischter frischer Beeren (€ 6,50).
Dazu gibt es außerdem Marmeladen von Darbo im Glas, frisches Obst sowie frisch gepresster Orangensaft. Bei den Milchalternativen wird man ebenfalls fündig: Neben Kuhmilch kann man Hafermilch und laktosefreie Milch bestellen. Glutenfreies Gebäck ist auf Anfrage erhältlich.
Neben den Wiener Klassikern wie Melange, Einspänner oder Franziskaner bietet das Café auch modernere Varianten wie Matcha-, Ube- oder Chai Latte sowie kreative Eigenkreationen.
Beim Kaffee setzt man auf eine hauseigene Mischung aus 100 % ausgewählten Arabica-Bohnen: Von Mokka über Melange/Cappuccino, Flat White und Caffè Latte bis zum Verlängerten und Häferlkaffee ist die Klassik-Auswahl groß. Bei den „Kaffees mit Charakter“ wird es dann eigenwillig-wienerisch: Einspänner, Franziskaner (Melange mit Schlagobers & Schokoladenspänen), Espresso Orange, „Bräunerhoftraum“ (heiße Schokolade, Creme de Cocos, Espresso, Schlagobers) und „Maria Theresia“ (Mokka mit Orangenlikör & Schlagobers). Dazu kommen Iced Coffee & Lattes wie Iced Americano, Caffè Shakerato, Matcha-, Ube- und Chai Latte. Wer’s süß mag, bestellt heiße Schokolade in der Kanne – von der Hausvariante „Bräunerhof“ bis zur Version mit Rum & Schlagobers, auf Wunsch auch mit laktosefreier Milch oder Hafermilch. Bei den Tees gibt es ein handverpacktes, in der Kanne serviertes Sortiment von Nana Minze über Bio Earl Grey bis zum grünen Sencha Yuzuki.
Meine Frühstückswahl
Ich habe mich für ein Schnittlauchbrot und zwei Eier im Glas entschieden. Die Eier stammen aus Bio-Freilandhaltung – die Hühnerhaltung habe ich natürlich extra beim Personal nachgefragt. Geschmacklich hat mich die Kombination absolut überzeugt. Simple und gut.
Der Cappuccino kam in echter Wiener Kaffeehaus-Manier mit einem Glas Wasser und war ausgezeichnet: vollmundig, keine Spur mehr vom traditionell eher verbrannten Wiener Kaffee, und in Kombination mit Hafermilch für mich die perfekte Wahl.
Service & Ambiente
Das Personal war freundlich, schnell und aufmerksam – kleine Zeichen wurden rasch bemerkt. Einen Minuspunkt gibt es dennoch: Zum Frühstück fehlten Gedeck und Serviette.
Das Ambiente war angenehm – am frühen Sonntagmorgen um 8.30 Uhr füllten sich die Tische erst langsam. Vollkommen positiv überrascht war ich von der Live-Klaviermusik: Sie unterstrich das traditionelle Flair des Café Bräunerhof und sorgte für eine angenehme, nicht zu laute musikalische Untermalung. Am Tisch standen bereits Salz und Pfeffer bereit, dazu die Speise- & Getränkekarte mit einem Flyer zur Café-Bräunerhof-Geschichte bis zur Neueröffnung. Die Tageszeitungen in der traditionellen Zeitungshalterung gehören zum Inventar und zum Ambiente wie der Wiener Melange zu Wien.
Fazit
Vom Touristen bis zum klassischen Wiener Local – im Café Bräunerhof trifft man sie alle. Das neue Konzept ist gelungen, ich komme zum Frühstück gerne wieder!
Quick Facts
Dauer, bis der 1. Cappuccino serviert wurde: 2 Minuten 24 Sekunden
WLAN, Garten, Hunde indoor & outdoor erlaubt (Wasser wird gebracht), Kinderhochstühle & Wickeltische, ein paar Plätze für Kinderwägen, Gastgarten (straßenseitig in einer Seitengasse), Parkgaragen in Gehweite, Tageszeitungen fixer Bestandteil, kein barrierefreier Zugang, Online-Reservierung.
Milchalternativen: Hafermilch, laktosefreie Milch. Glutenfreies Gebäck auf Anfrage. Vegane Frühstücksoptionen.
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