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location Linz

Rauner

„Rauner“, das sind Rote Rüben auf Mühlviertlerisch. Und ist ein Lokal, das es seit 2016 in Linz ein wenig abgelegen vom Zentrum gibt. Geheimtipp ist das aber längst keiner mehr. Der Name ist Programm – in der Speisekarte wie im Interior Design: Das satte Dunkelrot der Roten Bete macht sich nämlich ganz gut als Farbklecks auf Wänden und Tellern. Und man findet die gesunde Knolle tatsächlich beinahe überall: Ob in der Mittagskarte (die mithilfe eines Baukastensystems den kleinen und den großen Hunger abdeckt) oder beim Frühstück. 

Während das Rauner Signature-Gemüse lange Zeit ein „arme Leute“-Essen war, steht es heute vom Wirtshaus bis zur Sterne-Küche hoch im Ansehen. Mit ihm will man im Rauner die Bodenständigkeit und die Mühlviertler Wurzeln betonen. Mit den Produkten, die hier zum Einsatz kommen – auf Saisonalität und Regionalität wird sehr geachtet, Bio eingekauft, wo es geht – schafft man das recht authentisch. Das ist auch der Grund, warum sich immer wieder mal etwas ändert in der Karte vom Rauner: Saisonales hat Vorrang!

Dieser Flexibilität verdanken wir wohl auch den 1. Brunch überhaupt im Rauner: Der Feiertagsbrunch fand am 25. Mai 2017 zum allerersten Mal statt, quasi als Pilotprojekt. Vorab muss dazu gesagt werden: Wann, wie oft und in welcher Form der Brunch wiederholt wird, steht noch nicht fest. Das reguläre Frühstück, das wochentags immer von 9.00 bis 11.00 Uhr angeboten wird, ist aber ebenso eine Empfehlung wert (Näheres dazu unten).

Eine Speisekarte zum Brunch gab es (noch) nicht. Sympathisch und nahbar, wie man im Rauner ist, ging die Chefin einfach durch und holte sich nach dem ersten Probelauf ein Feedback direkt bei den Gästen. Der Tenor: „Großartig, bitte wiederholen! Wenn möglich aber mit einer dazugehörigen Speisekarte oder zumindest einigen wenigen Informationen vorab, was kulinarisch zu erwarten ist.“ Das kleine „Problem“ nämlich war die unglaubliche Fülle an Speisen. Um genau zu sein, handelte es sich hier nämlich nicht bloß um ein Brunch-Buffet. Immer wieder wurden kleine Köstlichkeiten direkt an den Tisch serviert – je nach Bedarf schlägt man einfach zu oder nicht. Und das hat uns fast ein bisschen erschlagen, weil nämlich das Angebot sehr groß und der Magen zu klein war…

Hier ein kleiner Einblick ins Gebotene:

Den Brunch gibt es für eine Pauschale von € 22,- pro Person – alle Heißgetränke vom Verlängerten bis zum Café Latte (der Tee im Riesenhäferl von der Oma ist übrigens kaum bezwingbar) sind im Preis inbegriffen und in der Anzahl unbegrenzt. Außerdem stehen Wasser, frisch gepresster Orangensaft und das Hausgetränk, selbst gemachter rote Rüben–Apfel–Hibiskus Eistee, und Prosecco zur Verfügung. Alles andere kann natürlich dazubestellt werden.

Frische Semmeln, ofenwarme Vollkornweckerl, Krustenbrot und Rote-Rüben-Ciabatta wurden angeboten. Die Eier stammen aus Bio-Freilandhaltung und werden in Form von Eierspeise mit Champignons, als Spiegelei, gekochtes Ei oder Egg Benedict kredenzt und nach Wunsch direkt an den Tisch gebracht. Am Buffet konnten wir uns bedienen an Salsiccia, wirklich köstlichem Speck und Schinken oder frischem Lachs. Die unterschiedlichen Käsesorten (u.a. Mozzarella, Mühlviertler Schafkäse, Topfenkäse mit Kren und roten Rüben) waren mit Gemüse garniert, aber ein paar ganze Cherry-Tomaten oder Gurkenscheiben, wie ich sie zum Käsebrot gerne esse, gabs leider nicht. Trotzdem kommen Vegetarier hier nicht zu kurz: Hummus, mehrere selbstgemachte Chutneys und Marmeladen ohne Zusätze (zum Beispiel „Beer Jam“ mit Birnen und Freistädter Bier, „Birne Karamell“ oder „Beschwipste Zwetschke“ mit Mühlviertler Whisky) runden das Buffet schön ab. Die handgemachten, eingekochten Köstlichkeiten kann man übrigens auch in der hauseigenen Delikatessenmanufaktur „schön und gut“ käuflich erstehen und gleich mit nach Hause nehmen.

Für die Müsli- und Obstfraktion bietet man eine schöne Vielfalt: Schokogranola, Knusperhafer mit Cranberrys, Haferflocken und getrocknete Früchte wie Bananen, Marillen oder Dörrpflaumen, frisches Obst wie Melone, Ananas und Erdbeeren oder selbstgemachtes Mango- und Weichselpüree. Für die Naschkatzen hält man Schoko-Buskuit-Kekse (sehr lecker!), Buttercroissants (die schmeckten eher industriell), Birnenkuchen und Panna Cotta in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen bereit. Als Alternative zur Kuhmilch wurde Hafermilch angeboten, neben der konventionellen Butter gab es auch vegane Margarine.

Die Herausforderung bei einem Brunch, wie ich finde: Es soll „Breakfast“ und „Lunch“ vereinen. Das gelingt im Rauner insofern hervorragend, weil immer wieder kleine Speisen wie Spargel-Cordon-Bleu oder Rindfleisch mit Risotto an den Tisch serviert werden und ein warmes Knödelbuffet mit Sauerkraut und eine Gulaschsuppe für den größeren Hunger bereitstehen. Diese warmen Zwischengänge waren es schließlich auch, die uns für den Rest des Tages kulinarisch außer Gefecht setzten .

Der Service war freundlich und sehr bemüht. Dass nicht alles superschnell ging, hatte vor allem mit dem Andrang zu tun. Die Dame, die wir nach der Herkunft des Eis fragten, verriet gleich, dass es erst ihr zweiter Tag sei – es dauerte aber keine Minute, bis sie uns Auskunft (inklusive Namen des Produzenten) geben konnte.

Besonders toll: Die warmen Zwischengerichte wie Spargel-Cordon Bleu oder Spargelnudeln, die direkt am Tisch serviert wurden – ein Gedicht!

Frühstück im Rauner während der Woche

Neben dem Brunch, dessen Zukunft noch nicht ganz gewiss ist, gibt es regulär jeden Tag von Montag bis Freitag Frühstück von 9.00 bis 11.00 Uhr. Die Wochentagsfrühstückskarte ist klein, aber oho: Man serviert „Eggs Benedict“ mit Blattspinat, Schinken, Toast und Sauce Hollandaise (€ 9,50), Frühstücksomelett „Mit Allem“ – nämlich mit 3 Eiern, Bratwürsteln, Champignons, Paradeisern, Zwiebeln, Bergkäse und knusprigem Schwarzbrot (€ 8,20) oder „Strammer Frühstücksmax“ mit 3 Spiegeleiern, gebratenem Speck, Traunkirchner Raclettekäse, eingelegten Gurken und Hausbrot (€ 6,90). Für weniger deftige Gelüste gibts auch „Porridge“ mit Flocken, Chiasamen, Mandelmilch und Hollerröster (der erinnert mich stark an meine Kindheit und den köstlichen Hollerröster von der Oma, um € 4,90) und selbstgemachte Smoothis (€ 4,60).

Und auch Vegetarier und Veganer kommen auf ihre Kosten mit dem „Good Mood“ Frückstück (Chia-Brot, Avocado, Topfen und Tomaten um € 7,50) und dem „veganen Frühstück“ (Hummus, Paradeiser-Auberginenragout, Avocado, Fladenbrot um € 6,90) – das Ragout wird hier übrigens warm serviert und lässt orientalisch angehauchte Herzen höher fliegen. Die einzelnen Portionen sind groß genug für einen ausgewachsenen Frühstückshunger, können aber natürlich auch nach Lust und Laune kombiniert werden.

Fazit

„Von früh bis spät“ lautet das Motto vom Rauner – wir würden uns „auch am Wochenende“ dazu wünschen ;-)!

Quick Facts

coffee

Dauer, bis der 1. Cappuccino serviert wurde: 7 Minuten 39 Sekunden

info

Gastgarten, Kinderstühle, Concept Store (selbsgemachtes Eingemachtes wie Chutneys, Rubs oder Ketchup, selbstdesignte Geschirrtücher und ausgewählte Köstlichkeiten von befreundeten Herstellern, etwa Mühlviertler Gin)

Bewertung

Preis/Leistung: vollvollvollvollvollvoll
Service: vollvollvollvollvollleer
Qualität: vollvollvollvollvollleer
Auswahl: vollvollvollvollvollvoll
Ambiente: vollvollvollvollvollvoll

Infos

Bargeldlos zahlen: Bankomatkarte, Kreditkarten
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, von 9.00 bis 24.00 Uhr
Erreichbarkeit: 3 Minuten zu Fuß von der Straßenbahnstation Herz-Jesu-Kirche, oder vom Bulgariplatz; in Zukunft wird die 2er-Linie sogar direkt vor der Türe halten (dauert aber vermutlich noch ein paar Jahre ☺)


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2 Kommentare zu "Rauner"

Benedikt Pesendorfer sagt:

Ist unter der Rubrik „Sonn- und Feiertag“ und hat am Wochenende geschloßen :-/

Barbara sagt:

Lieber Benedikt,

die Kategorie bezog sich auf den Brunch, der manchmal am Feiertag angeboten wird. Aber du hast Recht, das passt dann nicht wirklich – Kategorie wurde entfernt.

LG, Barbara

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