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location Linz

Die Bohne

Das Leben ist zu kurz, um schlechten Kaffee zu trinken. Wer so ein Motto hat, ist von vornherein sympathisch. Glücklicherweise hält die Sympathie an, wenn man Die Bohne in der Wiener Straße betritt, und auch nach verzehrtem Frühstück hat sich das Kaffeehaus einen Platz in unserem Herzen erkämpft – mit Egg Benedict und French Toast.

Seit Februar 2017 (davor war dort das Altwiener Café Bruckmüller angesiedelt) wird in der „Bohne“ Kaffee in unterschiedlichsten Variationen serviert. Wie in einem klassischen Kaffeehaus üblich, werden für die kleine Stärkung zwischendurch Snacks wie Tramezzini, belegte Bagel oder Baguettes angeboten. Das kulinarische Hauptaugenmerk liegt allerdings auf dem Frühstück, was uns besonders freut.

Die wohl wichtigste Mahlzeit des Tages serviert man in der „Bohne“ täglich bis 14.00 Uhr. Samstags ist geschlossen, sonntags gibt’s Frühstück auch mal länger – je nach Besucherandrang, wie man uns verriet. Die Karte kommt ein wenig unkonventionell daher (ganz pragmatisch: selbst ausgedruckt und ohne großartige Formatierung) und wirkt auf den ersten Blick etwas unübersichtlich, die Qualität der servierten Speisen macht das aber locker wett. Das Frühstücksangebot ist umfangreich und hält für jeden Geschmack etwas bereit. „Beginn slowly“ steht für den süßen, aber minimalistischen Start in den Tag mit 3 Scheiben Brioche, Butter und Marmelade (€ 3,20). Der Klassiker, das „Hausfrühstück“, umfasst 2 Stück Gebäck, Schinken, Käse, Aufstrich, Butter und Marmelade (€ 5,80). Das „Lachsfrühstück“ kommt schon exotischer daher mit Lachs, Tartar, Avocado, Sahnekren und Zitronenfilet (€ 7,80).

Manche Komponenten erscheinen einzeln bestellt leider etwas überteuert: Proscuitto San Daniele (€ 4,80), Mühlstein Salami aus dem Mühlviertel (€ 4,80), Schinken (€ 3,80), Antipasti Gemüse (€ 4,60). Wir empfehlen sie in der Kombination als „Alles zusammen gemischt“ um € 8,90. Außerdem als Extra erhältlich: 2 hausgemachte Aufstriche mit Gemüsesticks (€ 4,80), Portion Butter oder Marmelade (jeweils € 1), Portion Nutella (€ 0,80). Salzstangerl, Mohnflesserl, Semmerl, Spitzbua (jeweils € 1,30 von der Bäckerei Brandl), Vollkornbrot (€ 1 von Brotsüchtig) oder Croissant (€ 2,60 von Brandl).

Das Highlight: die Eierkarte

Für uns ein klarer Höhepunkt ist die umfangreiche Eierkarte mit Bio-Freilandeiern von PumpalG’sund, einem spannenden Projekt mit mobilen Hühnern. Die Auswahl an Eierspeisen ist fantastisch und sucht in Linz seinesgleichen: Bagel mit Rührei, Salami, Salat und Tomatenscheiben (€ 6,30); Baked Beans mit Spiegelei und Toastbrot (€ 6,80); Egg Benedict auf Toast mit Proscuitto, getrockneten Tomaten und Sour Cream (€ 5,90); Rührei mit Schinken, Gemüse, Vollkornbrot und Butter (€ 5,80); Rührei mit Schinken, Bergkäse, Tomaten, Vollkornbrot mit Butter (€ 6,80); Omelette mit getrockneten Tomaten, Bergkäse, Vollkornbrot mit Butter (€ 6,80); Spiegelei (€ 1,80); Ei im Glas mit Sprossen (€ 1,80) oder ein klassisches weiches Ei (€ 1,50). Unser Egg Benedict war spitze – einziger Minuspunkt: der Proscuitto, der auf der Karte angegeben war, fehlte.

Naschkatzen kommen auf ihre Rechnung

Bis jetzt noch nicht in Linz entdeckt (bitte um Korrektur, falls jemand mehr weiß!) und umso freudiger in der „Bohne“ genossen: French Toast in drei köstlichen Varianten. Als classic Version mit Joghurt und Beeren (€ 4,20), French Toast Rolls mit Erdnussbutter und Banane (€ 4,60) oder French Toast Rolls mit Frischkäse und Heidelbeeren (€ 4,60). Wir haben uns für Letzteres entschieden und waren begeistert von der zimtigen Note mit dem leichten Joghurt-Dip und den frischen Beeren.

Für die Müslifraktion bietet man Griechisches Joghurt mit Banane, Honig und Nüssen (€ 3,60) oder Birchermüsli mit getrockneten Früchten, Äpfeln, Nüssen, Leinsamen und Chiasamen (€ 4,60) an. Der „Käseteller“ (€ 7,20) umfasst Felsenkeller, Pecorino, Bergkäse, Parmesan, Langress, Nüsse, Äpfel, Orangen-Feigensenf, grüne Feien und Oliven.

Wo Bohne draufsteht, ist auch Bohne drin

Wie der Name vermuten lässt, legt man in der „Bohne“ viel Wert auf Kaffee. Angeboten wird Kaffee der Marke Java (100% Arabica), der laut Information des Personals auch regelmäßig in unterschiedlichen Röstungen angeboten wird. Auf Nachfrage konnte uns leider nicht im Detail erklärt werden, welche Kaffeesorten oder Hersteller man im Sortiment führt. Dafür gibt’s einige interessante Kaffeespezialitäten zum Durchkosten – etwa Othello (Espresso mit heißer Schokolade und Schlagobers), Caffè corretto (Espresso mit Grappa, Eierlikör oder Amaretto) oder Caffè in ghiaccio (Eiswürfel werden mit gezuckertem Kaffee übergossen).

„Wir sind noch nicht ganz bio, aber wir arbeiten daran…“

… so die sympathische Aussage in der Speisekarte. Für einige Produkte werden dort auch die Bezugsquellen angeführt: Die Eier (aus Bio-Freilandhaltung bzw. Campingmobil) stammen von PumpalG’sund aus Ottensheim, der Lachs aus der Fischzucht Erich Haas in Piberbach und die Salami aus der Salamitrocknerei Saller im Mühlviertel. Das Gebäck liefert die bekannte Linzer Bäckerei Brandl, die Torten kommen aus der Konditorei Kemetmüller; Kuchen, Strudel und Sprossen werden in der „Bohne“ selbstgemacht, genau wie die Aufstriche. Die große Teeauswahl kommt von Madame Wu (hier unser Frühstücksbericht) und der Apfelsaft von Irene Wurm aus St. Florian. Obst, Gemüse, Käse, Proscuitto, Milch und Kaffee liefert Transgourmet aus Traun. Generell verzichtet man auf Geschmacksverstärker und künstliche Zusatzstoffe in den Speisen.

Wie es sich für ein Café gehört, ist das Ambiente wirklich gemütlich: Alles wirkt sehr warm und freundlich, die Mischung aus Eichenholz, filzbezogenen Sesseln in grau und violett und verschnörkelten Jugendstil-Lampen verbindet Moderne mit althergebrachten Kaffeehausstil. Was wir besonders schätzen: Dass das schön angerichtete Frühstück auf farbigen Tellern daherkommt, die die Speisen zusätzlich in Szene setzen (schließlich isst das Auge mit).

Bei unserem Besuch am späten Sonntagvormittag war der Andrang groß und das Personal etwas überfordert, allerdings sehr bemüht und freundlich. Dass der erste Kaffee mehr als eine Viertelstunde auf sich warten ließ und manche Gäste vor uns gekommen sind und nach uns ihr Frühstück erhalten haben, ist sicher ausbaufähig, aber die Servicekraft entschuldigte sich dafür und meinte, dass nicht immer so viel Trubel herrsche. Als angenehm haben wir empfunden, dass das Publikum in der „Bohne“ ein sehr buntes ist: Vom Pensionisten aus dem Grätzl, der nach der Kirche ein Stück Sachertorte genießt, über ein verliebtes junges Pärchen, bis zur Familienrunde mit Kind und Kegel. Und deshalb ist der Name wohl Programm „Die Bohne – Unser Café“.

Fazit

Die Bohne ist ein sehr sympathisches Kleinod, das sich mit Qualität und Gaumenfreuden wie Egg Benedict oder French Toast ins Herz spielt.

Quick Facts

coffee

Dauer, bis die 1. Melange serviert wurde: 16 Minuten 13 Sekunden

info

Gastgarten, Zeitungen und Magazine, WLAN

allergie

Vegane, laktose- oder glutenfreie Varianten sind auf Anfrage und ohne Aufpreis erhältlich (z.B. laktosefreie Milch).

Bewertung

Preis/Leistung: vollvollvollvollvollleer
Service: vollvollvollvollleerleer
Qualität: vollvollvollvollvollvoll
Auswahl: vollvollvollvollvollleer
Ambiente: vollvollvollvollvollvoll

Infos

Bargeldlos zahlen: Nur Bargeld (Bankomat in der Nähe)
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 7.30 bis 20.00 Uhr, Sonntag von 9.00 bis 20.00 Uhr, samstags geschlossen
Erreichbarkeit: Straßenbahn Nr. 1, 2 (Haltestelle Herz-Jesu-Kirche)

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