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location Linz

Das Anton

Das Anton spielt beinah alle Stückeln, um gleich metaphorisch bei der Musik zu bleiben. Das Restaurant ist nach dem Komponisten Anton Bruckner benannt, und das nicht bloß zufällig. Im obersten Stockwerk des Linzer Musiktheaters, gleich neben dem Volksgarten und unweit des Linzer Hauptbahnhofs gelegen, gibt es Geschmackvolles nicht nur auf die Ohren, sondern auch in den Bauch. Jeden Sonntag lässt sich dort die Woche mit dem „Wochenausklangs-Brunch“ von 10.00 bis 15.00 Uhr beschließen. Knapp dreißig Euro für einen Brunch sind stattlich. Im Preis inbegriffen: das Brunch-Buffet, die Eiergerichte auf der Karte, die Auswahl aus drei Mittagsgerichten und alle Heißgetränke.

Dieser Brunch punktet nicht mit endlosem Angebot, sondern mit Raffinesse. Der eine wird vielleicht mehr Auswahl für sein Frühstücksmüsli vermissen (es gibt einige wunderbare Toppings wie frische Beeren, Nüsse, Samen oder Schokodrops, aber als Basis nur Haferflocken), der andere sucht vergeblich nach frischer Gemüsebeilage zu seinem Schinkenbrot (keine Gurkenscheiben, Paprikastreifen oder Tomaten – dafür mehrere Einmachgläser mit eingelegten Auberginen, getrockneten Tomaten oder Artischocken und verschiedenen Aufstrichen). Dafür bietet man Außergewöhnliches, etwa einen schön arrangierten Aspikteller oder eine Käseplatte mit verschiedensten Hart- und Weichkäsesorten, Nüssen, Trauben und Feigen. Auch die Dessertabteilung lässt sich sehen: mit Kardinalschnitten, Schokomousse oder Apfelstrudel mit Vanillesauce und Beerenröster. Was wir etwas schade fanden: Am Buffet war nichts beschriftet – ist gerade kein Servicepersonal in der Nähe, muss man bei der einen oder anderen Spezialität spekulieren.

Die Hitlist

Die Stars beim Brunch waren für uns definitiv die Eiergerichte – diese bestellt man beim Personal. Zur Auswahl stand Shakshuka mit Oliven, Koriander und Pita-Brot; Bacon & Eggs (der Bacon war bei unserem Besuch nicht verfügbar) mit Schafkäse, Schnittlauch und Crunch; 2 Stück Onsen-Eier mit Gemüse und Kräutern oder eine Kernöl-Eierspeis mit Kürbis, Babyspinat und Nüssen. Wir entschieden uns für die japanische Variante des pochierten Eis – die Onsen-Eier – und wurden nicht enttäuscht: Zwei von der Konsistenz her perfekte Eier auf einem Bett aus leicht scharf mariniertem, gedünstetem Gemüse – ein kleines Gemälde auf dem Teller, das auch hervorragend schmeckte. Das Shakshuka war ebenso köstlich, nur leider fehlte der angekündigte Koriander und wurde durch andere Kräuter ersetzt. Die levantische Note im Shakshuka hätte für unseren Geschmack ruhig ein wenig ausgeprägter sein dürfen.

Brunch im wahrsten Sinne des Wortes – zuerst Frühstück, dann Mittagessen

Ab Mittag werden außerdem drei Mittagsgerichte serviert. Bei uns stand Kalbsrücken im Jus mit Couscous, Zanderfilet auf Gemüsenudeln und als vegetarische Variante Gemüsequiche zur Wahl. Wir haben uns für den Zander entschieden, der uns hervorragend geschmeckt hat. Am Brunch-Buffet gabs zudem eine Kürbiscremesuppe mit Einlage und Salat. Spätestens hier rentiert es sich, für den Brunch im Anton genügend Zeit eingerechnet zu haben, und auch die Kosten erklären sich.

Alles Gebotene war frisch, das Brot am Buffet noch warm, die Qualität hat uns überzeugt – allerdings hat uns die „Bio“-Komponente ein wenig gefehlt. Selbst konnten wir gar keine Produkte aus biologischer oder regionaler Herkunft entdecken. Auf Nachfrage konnte uns das Servicepersonal leider auch nicht weiterhelfen. Die Eier stammen aus Freilandhaltung. Vielleicht könnte man auf die einzeln verpackten Butter- und Honigportionen und die kleinen Darbo-Marmeladengläser verzichten. Selbiges gilt für die Nespresso-Kaffeemaschine. Unserer Meinung nach würde ein guter Filterkaffee aus Kannen dem Geschmack wie auch der Wartezeit nur zugute kommen.

Was wir allerdings besonders schätzen: Wasserkaraffen, die uns bereits zu Beginn am Tisch begrüßen und regelmäßig nachgefüllt werden. Zwar sind Heißgetränke im Brunch-Preis inbegriffen, alles andere (Säfte, Mineral, Alkoholisches) ist extra zu bezahlen. Im Geburtstagsmonat gibt’s jedoch eine Flasche Sekt aufs Haus. Auf unsere Frage, ob es Orangensaft gibt, konnte man uns leider nur welchen aus der Flasche anbieten. Für diese Kategorie finden wir das ein wenig schade.

Zeit nehmen!

Das Servicepersonal war sehr freundlich und schnell, aufgrund der teilweisen Selbstbedienung vergeben wir aber nur 4 Semmeln in der Kategorie Service. Besonders angenehm haben wir empfunden, dass man beim Wochenausklangs-Brunch im Anton ruhig länger verweilen kann (und wir empfehlen das zudem unbedingt!). Man nimmt sein Frühstück ein, schmökert in Zeitschriften (und schafft damit wieder etwas Platz für den Hauptgang), ohne schief angeschaut zu werden. Die Tische werden nicht mehrfach belegt. Nach drei Stunden Schlemmen und Müßiggang hat man uns doch tatsächlich gefragt, ob wir nicht noch länger bleiben wollten – für die Nachspeise. Eben diese Gastfreundlichkeit und die Umgebung – man sitzt in geschmackvollem Interieur in einem Haus der Kultur und nimmt den Brunch mit Blick auf den Linzer Volksgarten ein – sorgen für ein Wohlfühlambiente.

„Friendly Reminder“: Wir hätten uns zu Beginn des Brunchs eine Aufklärung darüber gewünscht, dass ab Mittag auch Hauptgerichte serviert werden – etwa auf der Karte mit den Eiergerichten. Zwar war die Überraschung eine von der positiven Sorte, dennoch ging es nicht klar von der Website oder der Karte hervor.

Fazit

Der Wochenausklangs-Brunch im Anton ist das Rundum-Sorglos-Paket für Schlemmer, die Wert auf Besonderes legen und den Brunch gerne über mehrere Mahlzeiten ausdehnen.

Quick Facts

info

Terrassen-Gastgarten, WLAN, barrierefrei, Hintergrundmusik

allergie

Laktosefreie Alternative: Sojamilch, glutenfreie Varianten auf Vorbestellung

Bewertung

Preis/Leistung: vollvollvollvollvollleer
Service: vollvollvollvollleerleer
Qualität: vollvollvollvollleerleer
Auswahl: vollvollvollvollvollleer
Ambiente: vollvollvollvollvollvoll

Infos

Bargeldlos zahlen: Bankomat- und Kreditkarten
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 11.00 bis 23.00 Uhr (Küche von 11.00 bis 14.00 und 17.00 bis 22.00 Uhr); Wochenausklangs-Brunch sonntags von 10.00 bis 15.00 Uhr
Erreichbarkeit: Straßenbahnhaltestellte Goethekreuzung (alle Linien)

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