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location Graz

Laufke

Als mit März 2018 die Herren Jakob Schönberger, Herbert König und Markus Neuhold in das legendäre Laufke einzogen, zog ein Stück alte Wirtshauskultur mit ein. Was bei der Gründung 1923 des Lokals selbstverständlicher Alltag war, erlebt nun – knapp 100 Jahre später – eine Renaissance: Das Fleisch wird im Ganzen vom Bauern gekauft und von Kopf bis Fuß verarbeitet. Käse, Wein und Brot stammen allesamt von bekannten und befreundeten Produzenten und beim Servieren wird immer auch eine Anekdote aufgetischt. Und wenn sich die Woche dem Ende zuneigt, lädt man nun zum Restl-Brunchen. Sechs Gänge lang wird aufgegessen, was die Küche noch so hergibt!

Seit Mitte September kann man im Laufke jeden Samstag zwischen 11.00 und 16.00 Uhr einen Brunch der besonderen Art genießen. Der Name “Restl-Brunch” verrät ja schon, worum es geht. Mit einem kollektiven Aufessen beleben die Wirte eine weitere Tradition neu – denn man sagt, in alten Zeiten wurde am Ende der Woche in den Wirtshäusern immer wieder zum Restlessen geladen. Und auch wenn ich nichts gegen Heidensterz und Grammeln gehabt hätte, zauberte der Küchenchef Speisen, die gar nicht mehr als Reste erkennbar waren!

Die Menüauswahl wird von Woche zu Woche unterschiedlich sein, soviel sei aber schon einmal verraten: Es wird jede Woche deftig bleiben! Also was gab es an diesem Tag? Kaum Platz genommen, wurde der Aperitif in Form eines frischen Sturms eingeschenkt und erst einmal eine Vorspeise zu dem daraufhin folgenden 6-gängigen Menü auf den Tisch gestellt. Die Vorspeise war eigentlich eine Brettljause, bestehend aus verschiedenen Käsesorten der Käserei Fischer aus Kitzeck und allerlei Geräuchertem von der Fleischerei Mosshammer. Dazu gab es geschlagene Butter, Paprikaaufstrich und vier verschiedene Brotsorten. Unnötig zu sagen, dass man sich bei der Vorspeise zurückhalten musste, im Wissen auf das, was noch kam! Auch unnötig zu sagen, dass es ziemlich schwer war!

Der erste Gang gab mit voller Wucht zu verstehen, was die – in den Grazer Medien gern sogenannten – Laufke-Buam mit traditionellem Wirthausessen meinen: Es gab konfierte Rindszunge in Sulz, dazu Vogerlsalat und Vinaigrette. Bumm. Auf noch beinahe leeren Magen Rindszunge zu essen, ist so eine Sache. Ich gab ihr eine Chance und kostete einige Bissen. Leider nicht meins, noch nie gewesen, deswegen kann ich kaum ein Urteil zum Geschmack geben. Der zweite Gang versöhnte mich etwas, als mir Eggs Benedict auf Spinat und mit Speck serviert wurden. Der Klassiker der Frühstücksküche war sicher eines meiner Highlights an diesem Vormittag!

Auf Bekanntes folgte wieder Unbekanntes: Ein gebackenes Nockerl aus Süßkartoffel-Risotto mit Mangold-Gemüse zeigte, wie man ein offensichtliches Restl in ein sehr leckeres Gericht verwandeln kann. Die anschließende Bachforelle mit Karottencreme und Petersilien-Quinoa machte den Übergang vom Breakfast zum Lunch, der abschließend mit der Kalbsleber auf Kartoffelpüree gekrönt wurde.

Apropos Leber: Die eigene wurde an diesem Vormittag auch nicht geschont, denn nach einem morgendlichen Pflicht-Kaffee wurde weiter Sturm und anschließend ein leichter Weißwein gebechert. Der Weinkeller ist gut gefüllt – wer wenn nicht die beiden Winzer Jakob Schönberger und Herbert König könnten bessere Empfehlungen zu den einzelnen Gerichten abgeben. Zur Nachspeise wurde wieder vermehrt Kaffee bestellt. Den gibt es in allen bekannten Varianten, wer es lieber antialkoholisch und fruchtig mag, ist mit einem der vielen Säfte gut beraten. Die Nachspeise bestand aus einem Biskuitteig, der mit einem Bircher-Müsli und Birnen-Chutney getoppt war. Und mit dem der Kreis des Brunches geschlossen wurde.

Die Gerichte werden von Woche zu Woche variieren, der Bericht dieser Woche sollte aber einen guten Querschnitt dessen geben, was einen erwartet, wenn man einen Brunch im Laufke bucht. Immer eher auf der deftigen Seite, aber ein Erlebnis allemal. Das Team bezieht all seine Lebensmittel von Produzenten, die auf nachhaltige Landwirtschaft und den bewussten Umgang mit Pflanzen und Tieren setzen. Auch wenn diese keine Bio-Zertifizierung haben, können wir hier doch guten Gewissens in der Kategorie Qualität die höchste Punktzahl vergeben.

So lange es geht, einen Platz im Gastgarten unter der Laube buchen! Das Service ist unglaublich aufmerksam, das Wissen zu den einzelnen Produkten und deren Herkunft scheint endlos. Ein schöner Vormittag, zu dem man unbedingt viel Hunger und Durst mitbringen sollte!

Fazit

Restl-Essen vom Feinsten! Die Gerichte sind alle eher von der deftigen Sorte, deswegen unbedingt Gusto und Hunger zum Brunch beim Laufke mitbringen!

Quick Facts

coffee

Dauer, bis der 1. Espresso serviert wurde: 15 Minuten 0 Sekunden (dafür wurde der Aperitif in Form eines Sturms schon nach wenigen Sekunden am Tisch eingeschenkt)

info

Gastgarten

allergie

Es gibt keine speziellen Gerichte für Vegetarier oder Allergiker. Es wird aber sehr individuell auf die Bedürfnisse eingegangen, also einfach Bescheid geben und mit dem Personal reden. Und: Lieber vorher anrufen und erkundigen, ob das jeweilige Brunch-Menü dem Geschmack entspricht!

Bewertung

Preis/Leistung: vollvollvollvollvollleer
Service: vollvollvollvollvollvoll
Qualität: vollvollvollvollvollvoll
Auswahl: vollvollvollvollleerleer
Ambiente: vollvollvollvollvollvoll

Infos

Bargeldlos zahlen: Bankomat- und Kreditkarten
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 18.00 bis 02.00 Uhr, Brunch am Samstag von 11.00 bis 16.00 Uhr
Erreichbarkeit: Straßenbahnlinien 1, 7 und Buslinien 31, 39 (Maiffreddygasse)

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