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location Wien, 7. Bezirk

Café Nil

Auch wenn im Café Nil nicht mehr geraucht werden darf, sind Assoziationen zur gleichnamigen Zigarettenmarke mit dem charakteristischen blauen Logo durchaus erwünscht und keinesfalls zufällig. Das inzwischen nicht mehr erhältliche Produkt der Austria Tabak spielte bei der Namensgebung des Cafes eine entscheidende Rolle – sowohl aus nostalgischen – die Edelmarke war in Österreich vor allem in Künstlerkreisen sehr beliebt – als auch aus traditionellen Gründen. Und natürlich: Kein Fluss der Welt ist derart eng mit seinem Land verknüpft, wie der Nil mit Ägypten. Der Nil ist die Wiege Ägyptens, Ägypten das Land am Nil. Und das Cafe Nil? Ein ägyptisches Kaffeehaus, ein Hauch von Orient mitten in Wien.

Betritt man das Cafe in der Siebensterngasse, taucht der Nil-Besucher unweigerlich in eine andere Welt, abseits des üblichen Schicks des 7. Bezirkes, ein: schöne alte Messinglampen, farblich dominiert zartes Grün, das wunderbar mit den Marmortischplatten harmoniert, unzählige Spiegel, Brettspiele und überall Zeitschriften, die teils mehr teils weniger geordnet bereit liegen. Man fühlt sich, als wäre man mitten im Morgenland. Genau dort, in den alten Cafés von Alexandria und Cairo, holte sich Hassan Abdel-Halim seine Inspiration, bevor er 1989 gemeinsam mit seiner Frau das Nil eröffnete. Möbel wie Tische, Stühle und Lampen wurden sogar direkt aus Ägypten importiert.

Auch auf der Karte dominieren arabische Gerichte, mehr als die Hälfte davon sind vegetarisch bzw. vegan. Die Getränkeauswahl bietet eine Mischung aus orientalischen Klassikern (Türkischer Kaffee, offene Tees) und heimischen Angeboten. Geöffnet hat das Nil täglich von 10.00 bis 24.00 Uhr, frühstücken ist bis 15.00 Uhr möglich. Die Auswahl ist mit drei Kombinationen nicht allzu groß: Das „Nil Frühstück“ (Brot, Butter und hausgemachte Marmelade oder Honig um € 4,90), das „Arabische Frühstück (Brot, Hommos, Falafel und griechischer Schafkäse um € 9,20) und das „Ägyptische Frühstück“, bestehend aus Brot, Foul (ein Bohnenmus), griechischem Schafkäse und Falafel um € 9,20. Alle Kombinationen werden mit Heißgetränk serviert.

Abgerundet wird das Frühstücksangebot durch einige wenige Extras wie Butter, Marmelade oder Honig (jeweils € 0,80), Ei (€ 1,40), Fladenbrot (€ 0,70) und Rührei mit Datteln oder Tomaten (3,80). Schleckermäuler sollten sich jedenfalls an den orientalischen Süßigkeiten versuchen. Zur Wahl stehen Couscous Süß (mit Datteln, Nüssen, Rosinen) um € 4,20, Reispudding um € 2,80 oder Basbousa, ein Grieß-Kokos-Kuchen, um € 2,50.

Mein Frühstückbegleiter und ich bevorzugen am Vormittag eher deftigere Speisen und entscheiden uns für das „Arabische Frühstück“ und Rührei mit Tomaten. Und dies mit gutem Gewissen, stammen die Eier doch aus Bio-Freilandhaltung. Überhaupt legt das Nil sehr viel Wert auf Qualität und Herkunft der Speisen. Laut eigenen Angaben stammen mehr als zwei Drittel der verwendeten Zutaten aus biologischem Anbau, dies garantiert das Zertifikat der Austria Bio Garantie. Der Großteil der regionalen Produkte kommt aus dem Waldviertel. Kaffee und Tees sind fair trade.

Geschmacklich können uns die Speisen im Nil nicht wirklich überzeugen. Bei den Rühreiern dominiert die Butter, der Hommos wird geradezu von einem See aus Olivenöl ertränkt. Brot und Schafkäse sind auch nicht mehr als unauffällige Begleiter. Schade, denn gerade hier könnte sich das Nil qualitativ abheben. Einzig die Falafel können wir wirklich weiter empfehlen. Und natürlich die arabischen Getränke. Aber nicht nur aufgrund des türkischen Kaffees und der offenen Tees (Minze-Kakao!) sollte man dem Nil einen Besuch abstatten. Auch das Service – in unserem Falle der Besitzer, der von einer jungen Dame unterstützt wurde, ist nett und zuvorkommend, die Wartezeiten nicht allzu lang.

Ein kleiner Tipp am Rande: Wer sich nach dem Frühstück noch mit dem/der Herzallerliebsten trifft, tut gut daran, sich einige Helferlein gegen die Knoblauchfahne einzustecken. Die kleine Knolle wird im Nil ein wenig überstrapaziert.

Fazit

Das Nil ist ein besonderes Kleinod für all jene, die eine Abwechslung zu den zahlreichen sich immer ähnlicher werdenden Lokalen suchen und/oder jene, die einen Hauch von Orient erleben möchten. Die Atmosphäre macht das recht magere Frühstücksangebot durchaus wett.

Quick Facts

coffee

Dauer, bis der 1. Caffé Latte serviert wurde: 5 Min. 20 Sekunden

info

kleiner „Gastgarten“, Nichtraucher, WLAN, Brettspiele, Zeitungen, Extraraum im 1. Stock zu mieten

allergie

Sojamilch gegen einen Aufpreis von € 0,20 erhältlich
Große Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten.

Bewertung

Preis/Leistung: vollvollvollvollvollleer
Service: vollvollvollvollvollleer
Qualität: vollvollvollvollleerleer
Auswahl: vollvollvollvollleerleer
Ambiente: vollvollvollvollvollvoll

Infos

Bargeldlos zahlen: nur Bares
Öffnungszeiten: täglich von 10.00 bis 24.00 Uhr
Erreichbarkeit: U3 Neubaugasse, Straßenbahn 49 Neubaugasse/Westbahnstraße, 13A Siebensterngasse, 48A Neubaugasse/Burggasse

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Alle Informationen wie Preise, Öffnungszeiten etc. sind ohne Gewähr. Änderungen durch die Lokale vorbehalten.

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5 Kommentare zu "Café Nil"

Amira sagt:

Das Lokal hat mit ägyptischer Gastfreundlichkeit nichts zu tun. Sehr unfreundliche und ungeduldige Kellnerin, die schnippische Antworten gibt, wenn man darauf aufmerksam macht, dass im Sandwich Dinge drinnen sind, die nicht hineingehören. Und hierbei ging es nicht um einen kulinarischen Tipp, sondern um Verpackungs-Plastikteile im Essen. Schade!

Mara Wolf sagt:

hallo, das cafe nil liegt nicht im 18. bezirk. ist dem falschen bezirk zugeordnet. Liegt doch mittem im 7. :-)

Barbara sagt:

Ups – danke für den Hinweis :-)

LG, Barbara

Martin sagt:

Toll geschriebener Bericht! Liest sich, als wär das eindeutig die günstigste Variante sozusagen jederzeit „last minute nach Ägypten“ abzuhauen. :) Muss ich bald mal ausprobieren!

Pflanze sagt:

Danke für den Tipp! Klingt super & dass dort jetzt nicht mehr geraucht wird ist absolut top!!!

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