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location Wien, 1. Bezirk

Café Griensteidl

Es ist eines der traditionsreichsten (und auch der letzten) alten Wiener Kaffeehäuser: das Café Griendsteidl am Michaelerplatz. 1847 von einem Apotheker eröffnet, wurde es im ausgehenden 19. Jhdt. schnell zu einem beliebten Künstlerlokal: Karl Kraus, Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Stefan Zweig, Theodor Herzl uvm. – sie alle hatten im „Cafe Größenwahn“, wie das Cafe gegenüber der Hofburg spöttisch genannt wurde, ihr zweites Wohnzimmer. 1897 aufgrund der Neugestaltung des Michaelerplatzes abgerissen, wurde das legendäre Café 1990 wieder eröffnet. Liebevoll renoviert und Gott sei Dank inklusive dem herrlichen Altwiener-Kaffeehaus-Flair.

Frühstücken kann man im Griendsteidl täglich von 08.00 bis 11.00 Uhr. Im Zentrum des Angebotes steht das „Wiener Frühstück“ (Kaffee, Tee oder heiße Schokolade, 2 Gebäck, Butter, 2 x Marmelade oder Honig) um € 6,55 laut Karte, die Preise im Internet sind niedriger. Mit Schinken, Käse und einem weichen Ei erweitert, wird dies zum „Griendsteidl-Frühstück“ um € 9,25. Zusätzlich stehen zahlreiche Extras zur Wahl, u.a. Ham and Eggs (€ 6,60), Buttersemmel und Naturjogurt (je € 2,30) oder etwa Jogurt mit Früchten oder ein Schinken-Käse-Toast um je € 5,10. Einer schönen Alt-Wiener-Tradition folgend, gibt es im Griensteidl darüber hinaus eine eigene Gabelfrühstückskarte mit Ungarischer Gulaschsuppe um € 5,-, Sacherwürstel (mit Senf und Kren € 5,60, mit Gulaschsaft € 7,-), einem kleinen Wiener Saftgulasch um € 7,-, einer Altwiener Eierspeise mit Schnittlauch um € 4,50 und einem „Strammen Max“ (geröstetes Schwarzbrot mit Schinken und Spiegelei) um € 5,-. Serviert wird das Gabelfrühstück ohne Gebäck (€ 1,25 pro Stück).

Wir haben bei unserem Besuch das Griendsteidl-Frühstück probiert. Schinken und Käse waren schmackhaft, die Semmeln resch und frisch. Und mit Darbo-Marmeladen und Butter von Tirol Milch hat man bei einer Exil-Tirolerin immer einen Stein im Brett :-). Die Eier stammen aus Freilandhaltung. Unbedingt probieren sollte man eine der herrlichen Mehlspeisen, die täglich frisch von der K.&K. Hofzuckerbäckerei Demel (diese wurde 2002 gemeinsam mit dem Griensteidl von Do&Co übernommen) geliefert werden.

Ein besonderes Lob gebührt im Griensteidl allerdings dem Servicepersonal. Angesichts der Lage, direkt am Michaelerplatz, Treffpunkt für Stadtführungen und Fiaker, wo täglich Tausende von Touristen vorbei pilgern, haben wir uns in diesem Punkt nicht allzu viel erwartet. Wir wurden überrascht. Und das mehr als positiv. Bereits bei der Reservierung war der Kellner ausgesprochen nett (auf E-Mail wurde allerdings nicht reagiert). Die junge Dame, die uns bediente, hätte sich dann wahrlich eine extra Semmel verdient: nett, höflich und fröhlich und dies trotz ständig vollem Gastgarten. Alle meine Fragen wurden freundlich beantwortet, die Sonderwünsche erfüllt – und dies ohne Aufpreis.

Alle Informationen wie Preise, Öffnungszeiten etc. sind ohne Gewähr. Änderungen durch die Lokale vorbehalten.

Fazit

Ein herrliches Altwiener-Kaffeehaus mit extra freundlichem Service und trotz der geschichtsträchtigen Lage angemessenen Preisen.

Quick Facts

coffee

Dauer, bis der 1. Caffé Latte serviert wurde: 6 Min. 02 Sekunden

info

Schanigarten bis 22:00 Uhr geöffnet, reines Nichtraucherlokal, eigener Bankettraum zum Mieten, großes Angebot an nationalen und internationalen Tages- und Wochenzeitungen sowie Illustrierten

allergie

Es gibt weder laktose- noch glutenfreie Ersatzprodukte. Das Griensteidl erweist sich jedoch als sehr flexibel und zuvorkommend: Anstelle des Brotes erhielt ich einfach ein Naturjogurt im Glas.

Bewertung

Preis/Leistung: vollvollvollvollvollleer
Service: vollvollvollvollvollvoll
Qualität: vollvollvollvollvollleer
Auswahl: vollvollvollvollvollleer
Ambiente: vollvollvollvollvollvoll

Infos

Bargeldlos zahlen: Bankomat und alle gängigen Kreditkarten
Öffnungszeiten: täglich von 08.00 bis 23.30 Uhr
Erreichbarkeit: U1 Stephansplatz, U3 Herrengasse

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2 Kommentare zu "Café Griensteidl"

Sangrail sagt:

Dieses Café möchte aussehen wie ein traditionsreiches Wiener Kaffeehaus, aber wie im Text erwähnt wurde, ist es sehr jung (1990 gegründet) und mit dem alten Griensteidl, das zwar an demselben Ort, aber in einem ganz anderen Gebäude existierte, hat es nichts zu tun, nur den Namen. Die Millionen Touristen, die tagtäglich durch das Michaelertor der Hofburg kommen und gehen, wissen es nicht, es reicht ihnen wohl das rot-schwarze plüschige Interieur. Ich persönlich sehe nur zwei Gründe, warum ich 3,20 für einen kleinen Mokka Marke Meinl zahlen sollte: Heissenberger am Kohlmarkt sperrte zu und Griensteidl verfügt über den einzigen Schanigarten mit Blick auf die Hofburg.

hati28 sagt:

Genau das Gegenteil. Es dauerte einmal 10 Minuten bis man von meiner Frau und ihrer Kollegin Notiz nahm. Nach einiger Zeit kamen die Kaffees; die Torten eine Viertelstunde später, als der Kaffee schon kalt war.
Ich kam später nach. Es war mir leider nicht möglich, etwas zu bestellen, da sich 20 Minuten (!) kein Kellner meinen Tisch näherte
Am NICHT ABGERÄUMTEN Nebentisch sass ein deutsches Ehepaar. Nach 15 Minuten gingen auch die !

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