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location Salzburg

Schweiger Deli

Der Name „Schweiger“ erweckt bei vielen SalzburgerInnen (Kindheits-)Erinnerungen – fast jeder kennt das legendäre Schweiger-Eis, allen voran die „Schweiger-Eiszapfen“. Die Geschichte des Eissalons im Stadtteil Itzling reicht bis 1933 (!) zurück, 2015 erfuhr er im Zuge der Neuübername durch Juliana Vorderegger eine Komplettverwandlung und wurde so zum hippen, zeitgeistigen Schweiger Deli. Dort steht nun die Rückbesinnung und Reduktion auf das Wesentliche im Zentrum. Natürlichkeit, regionale und saisonale Zutaten sowie die Rücksichtnahme auf Unverträglichkeiten nennt man als Prämissen – nicht nur in der Eisproduktion, auch bei Desserts im Glas, Flammkuchen und natürlich beim sporadisch (ca. ein- bis zweimal monatlich) stattfindenden Brunch.

Wann im Schweiger Deli zum Brunchen aufgetischt wird, entnimmt man am besten dessen Facebook-Page. Zwischen 10.00 und 14.00 Uhr erhält man an ausgewählten Samstagen diverse Köstlichkeiten in Buffetform – manchmal auch unter verschiedenen Mottos, wie z.B. der „Singlebrunch“ rund um den Valentinstag, der „Livemusikbrunch“ oder der „Familienbrunch“ inklusive ausgebildeter Pädagogen für die Kleinen. Das Ideenpotenzial scheint also ebenso umfangreich wie zeitgemäß. Bei unserem Besuch war übrigens der „Jukebox-Brunch“ angesagt.

Hauptsächlich in kleinen Gläsern dargereicht, umfasst das Angebot diverse Aufstriche (veganer Hummus und Bohnenaufstrich, Gervais, Lachsaufstrich), Gemüsesticks, Tomaten mit Feta und Oliven, Fischfilet auf Gemüse und Leberpaté mit Erdbeere. Eine Schinken- und eine Käseplatte (inkl. Ziegenkäse) sowie Rührei vervollständigen die pikante Abteilung. In süßer Hinsicht wird man mit Birchermüsli, Chiapudding mit Erdbeermus, mehreren Marmeladen, Honig und Nougatcreme beglückt. Dazu gibt es Butter, 2 Sorten Vollkornbrot, weiße Weckerl sowie Croissants. Verdursten muss natürlich auch niemand: Karaffen mit verschiedenen Säften stehen am Buffet, Wasserflaschen an jedem Tisch bereit. Wahlweise ist ein Glas Prosecco oder ein Heißgetränk inkludiert.

Den Preis von € 25,- fanden wir für das recht überschaubare und auch nicht allzu ausgefallene Angebot deutlich zu hoch angesetzt – immerhin kostete der erste Brunch vor einem Monat inklusive Livemusik „nur“ € 20,-, was für uns so die obere Schmerzgrenze bei einem Buffet darstellt.

Geschmeckt hat alles sehr gut, obwohl wir bei manchen Dingen mangels undurchgängiger Beschriftung nicht genau wussten, was wir uns da auf die Teller luden. Auch AllergikerInnen müssen sich wohl extra erkundigen, so habe ich erst im Nachhinein auf der Website des Schweiger Deli gelesen, dass z.B. gluten- und/oder (?) kohlenhydratfreies Brot angeboten wird, was ja nicht nur lobens-, sondern vor allem erwähnens- und wissenswert wäre. Durch die etwas unpraktische Anordnung des Buffets in einem Eck direkt hinter einem Tisch mit Gästen gab es leider öfters längere Wartezeiten. Bedauerlicherweise sind uns dadurch auch die frisch gemachten Crêpes entgangen – die haben wir nämlich erst bemerkt, als wir dafür schon zu voll waren.

Die Eier für das Rührei stammen laut Inhaberin Juliana übrigens aus Freilandhaltung. Was uns jedoch rätselhaft war: Wenn so viel Wert auf natürliche, regionale Produkte gelegt wird, wieso muss die Butter dann in kleinen Päckchen von einem deutschen Großkonzern stammen, wo wir doch gerade im Salzburger Land so tolle (Bio-/Heu-)Milchprodukte en masse hätten?!

Besonders hervorheben möchte ich noch das Interieur: Beim Betreten wirkt das Schweiger Deli erst einmal etwas „leer“, aber irgendwie auf eine angenehme Art. Die großen, hellen und lichtdurchfluteten Räume sind mit Tischen und Sesseln verschiedenster Fasson und Herkunft ausgestattet: klassische Kaffeehausmöbel, frisch lackiert, neben modernen Designerexemplaren und dem einen oder anderen Flohmarktfund; da ein wenig Shabby Chic, dort ein bisschen Pop-Art – und noch einiges mehr. Einziger Wermutstropfen: Die Lautstärke im Raum fiel unangenehm auf – zuerst bedingt durch den Hall der Gespräche, später durch die etwas zu präsente Musik.

Fazit

Fazit: Der Relaunch des Salzburger Kaffeehaus- und Eis-Urgesteins ist definitiv eine Bereicherung für die Salzburger Lokalszene, der unregelmäßig stattfindende Brunch (evtl. mit dem einen oder anderen Feinschliff) ebenfalls – aber leider (sogar für Salzburger Verhältnisse) etwas überteuert.

Quick Facts

coffee

Dauer, bis der Soja-Latte serviert wurde: 4 Min. 35 Sekunden.

info

Nichtraucherlokal, Terrasse, Kinderhochstühle, Wickeltisch in Arbeit, zeitige Reservierung via Facebook empfohlen, Brunch zu verschiedenen Themen laut Facebook

allergie

Sojamilch, gluten-/kohlenhydratfreies Brot, laktosefreie (vegane) Aufstriche

Bewertung

Preis/Leistung: vollvollvollleerleerleer
Service: vollvollvollvollvollleer
Qualität: vollvollvollvollvollleer
Auswahl: vollvollvollvollleerleer
Ambiente: vollvollvollvollvollleer

Infos

Bargeldlos zahlen: Nur Bargeld. 2 Bankomaten befinden sich jedoch in unmittelbarer Nähe.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 10.00 bis 20.00 Uhr, Samstag von 11.00 bis 20.00 Uhr, Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr
Erreichbarkeit: Obus-Linie 6 (Haltestelle Plainbrücke)

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2 Kommentare zu "Schweiger Deli"

Sonja sagt:

Butter vom deutschen Großkonzern?
Die Butter ist von Berchtesgadener Land Milch – 5 km von Salzburg entfernt, die fairen Milchpreis für Milch in Bioqualität an bayrische (und auch Salzburger) Bauern zahlen. Man munkelt, dass manche Salzburger Bauern bevorzugt an Berchtesgadener Land Milch liefern da die besser bezahlen.

Ach ja: Salzburg Milch gehört übrigens zu 42% zu Meggle. So von wegen Großkonzern…

Diana sagt:

Also bei meinem Besuch gab es tatsächlich Butter von Meggle!? Hab jetzt nochmal auf den Fotos nachgesehen. Hab auch nichts von „Salzburg Milch“ geschrieben, sondern nur davon, dass wir in Salzburg tolle Milchprodukte haben, z.B. auch von kleineren Molkereien/Biobauern usw.

LG Diana

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